MANST
Forschungsplatz 1
63820 Elsenfeld
Die stabile Herstellung von Feststoffelektrolytmembranen hat sich zu einem zentralen Engpass im Frontend-Herstellungsprozess von Feststoffbatterien entwickelt. Die Fertigung hochwertiger Elektrolytmembranen ist jedoch keineswegs eine einfache Frage der Filmbildung.
Die Neigung von Pulvern zur Agglomeration, die hohe Schwierigkeit beim Ausformen ultra-dünner Membranen, strenge Anforderungen an die Atmosphärensteuerung, Verfrostungen und Verstopfungen bei der Lösemittelrückgewinnung sowie eine geringe Effizienz beim Membrantransfer – das Ineinandergreifen dieser fünf Hauptschwierigkeiten bildet die allgemeine Herausforderung bei der Großserienfertigung von Feststoffelektrolytmembranen.
In der Praxis führen diese Probleme zu konkreten Belastungen wie einer langsamen Ausbeuteoptimierung und langen Validierungszyklen. Dies treibt nicht nur die Pilot- und Fertigungskosten in die Höhe, sondern verlängert auch die Hochlaufphase von der Pilotlinie bis zur Massenproduktion erheblich.
Der Schlüssel zur Lösung liegt daher nicht in der Leistungssteigerung einzelner Anlagen, sondern in einer prozessübergreifenden, systemischen Gesamtlösung, die einen stabilen Übergang zwischen den einzelnen Prozessschritten gewährleistet.
Als Antwort auf diese Schwachstellen stützt sich Manst auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Beschichtungstechnik und der Präzisionsgeräteintegration. Mit den drei Kernsubsystemen Doppelschnecken-Kontinuierliches-Dispergieren, Beschichtung/Trocknung und Lösemittelrückgewinnung sowie Thermotransfer-Laminierung ordnet Manst die fünf zentralen Herausforderungen den jeweiligen Prozessschritten zu und bietet eine praxistaugliche, massenproduktionstaugliche Systemlösung.

Sulfid-Elektrolytpulver neigen aufgrund ihrer geringen Partikelgröße und hohen Oberflächenenergie sehr stark zu Agglomeration und Sedimentation. Herkömmliche Rührverfahren sind nicht in der Lage, Agglomerate auf Mikrokosmose-Ebene vollständig aufzubrechen. Gelangt das Material in die Beschichtungsphase, führt dies zu Defekten wie Partikeleinschlüssen und ungleichmäßigen Schichtdicken.
Manst setzt auf ein Verfahren des Knetens unter hoher Scherwirkung mittels keramischem Doppelschneckenextruder, bei dem Agglomerate durch starke Scherkräfte im Mikrometerbereich zerkleinert werden. Gleichzeitig bildet die Kontaktschnittstelle aus Vollkeramik – bestehend aus keramischen Schneckenelementen und Zylinderauskleidungen – einen grundlegenden Schutz gegen Schlammkorrosion und den Eintrag von metallischen Fremdkörpern.
Angesichts der hohen Wasser- und Sauerstoffempfindlichkeit von Sulfidmaterialien arbeitet das gesamte System unter kontinuierlichem Schutzgas. Zudem sind eine automatische Dosierung, die kontinuierliche Dispergierung sowie eine Inline-Aufbereitung (Just-in-Time) integriert, wobei die Dosiergenauigkeit der Dispergierung ±2‰ erreicht.
Diese tiefe Integration von hocheffizienter Scher-Dispergierung und kontinuierlicher Schlammherstellung sichert nicht nur eine hohe Homogenität des Schlamms und eine stabile Materialzufuhr, sondern bildet auch im Dispergierprozess die entscheidende Schutzlinie für die präzise Formgebung der Elektrolytschicht und die langfristige Zyklensicherheit der Batterie.

Kontinuierliches Dispergieren im Doppelschneckenextruder
Mit dem Trend zu immer dünneren Elektrolytmembranen stellt die Herstellung ultra-dünner Schichten höhere Anforderungen an die Anlagenpräzision. Unter Bedingungen langer Zykluszeiten oder hoher C-Raten verstärken Dickenabweichungen der Membran das Risiko lokaler Überladungen und von Lithium-Plating, was die Batteriesicherheit und die Lebensdauer erheblich gefährdet.
Hierfür setzt Manst auf ein hochpräzises Schlitzdüsen-Beschichtungssystem mit geschlossenem Regelkreis (Closed-Loop). In Kombination mit CCD-, konfokalen Spektralsensoren oder Flächengewichts-Messsystemen wird eine geregelte Steuerung des Flächengewichts erreicht. Dies begrenzt die Abweichung des zweiseitigen Flächengewichts auf $le pm 1{,}0,%$ bei einer Membrandicke von 10 bis 80 μm und gewährleistet die Gleichmäßigkeit sowie Homogenität der ultra-dünnen Elektrolytschicht.
Um das Stabilitätsproblem spröder Elektrolytmembranen während der Verarbeitung zu lösen, führt Manst ein Verfahren zur Vorkaschierung mit einer Trägerfolie (Skelettmembran) ein. Dadurch entsteht eine Sandwich-Verbundstruktur aus „Elektrolytschicht – Trägerfolie – Elektrolytschicht“.

Die Trägerfolie verstärkt die Zugfestigkeit und Flexibilität der Verbundmembran erheblich. Gleichzeitig bildet sie eine zusätzliche physische Barriere zur Unterdrückung von Lithium-Dendriten-Durchschlägen. Dies verbessert die Verarbeitungsstabilität und Grenzflächensicherheit der Elektrolytmembran und bietet eine wirksame Garantie für die strukturelle Zuverlässigkeit von Feststoffbatterien mit hoher Zyklusfestigkeit.
Bei Nassverfahren entscheiden die Lösemittelbehandlung und die Fertigungsumgebung gleichermaßen über den stabilen Betrieb der Produktionslinie. Für wasser- und sauerstoffempfindliche Materialien integriert Manst die Beschichtungsanlagen tiefgehend in Atmosphärensteuerungssysteme wie Handschuhboxen und Container-Trockenräume. Durch eine modulare Baukastenarchitektur wird das zu steuernde Umweltvolumen reduziert und der Automatisierungsgrad erhöht, wodurch während des gesamten Beschichtungsprozesses ein vollständig geschlossener Schutzgasbetrieb mit Wasser- und Sauerstoffwerten von <10 ppm erreicht wird.
Gleichzeitig kommt bei der Lösemittelrückgewinnung ein Tiefkühl-Heißgas-Abtauverfahren zum Einsatz. Durch eine mehrstufige Kondensation kombiniert mit einer hochdichten, explosionsgeschützten Konstruktion wird ein Abtauen und Entleeren ohne Unterbrechung des Betriebs ermöglicht. Dies löst das Problem von Verfrostungen und Verstopfungen, sichert die Kontinuität der Produktion, reduziert Lösemittelverluste sowie Abgasemissionen drastisch und senkt die Fertigungs- und Herstellungskosten.

Subsystem: Beschichtung, Trocknung und Lösemittelrückgewinnung
Die Thermotransfer-Laminierung ist ein entscheidender Prozessschritt beim Übergang der Elektrolytmembran in die Elektrodenfertigung. Im Vergleich zur reinen Filmbildung müssen beim Transfer gleichzeitig mehrere Herausforderungen wie die Membranablösung, die Positionsgenauigkeit, der Verbundstatus und die Schnittqualität gemeistert werden.

Manst stellt eine integrierte Anlage für Elektrolyt-Transfer, Verdichtung und Zuschnitt vor. Die Maschine vereint Abwicklung und Bahnkorrektur, Vorwärmung, Thermotransfer-Laminierung, Online-Verdichtung, Laser-Dickenmessung, Präzisionszuschnitt sowie optische CCD-Inspektion in einem System. Durch diese Prozessintegration werden Präzisionsverluste vermieden, die sonst beim Wechsel zwischen mehreren Einzelanlagen entstehen.
Da sich fest-feste Grenzflächen nicht natürlich benetzen lassen, nutzt die Anlage ein servogesteuertes Walzverfahren mit zwei Betriebsarten: Konstantspalt und Konstantdruck. Der Konstantspalt-Modus garantiert eine gleichmäßige Membrandicke, während der Konstantdruck-Modus an die Verformungseigenschaften unterschiedlicher Elektrolytsysteme angepasst und je nach Prozess umgeschaltet werden kann. In Kombination mit polaritätsverändernden Klebstoffen und thermisch reagierender Grenzflächentechnologie wird die Transfereffizienz der Elektrolytmembran gesteigert und die Grenzflächenhaftung verbessert. Bei einer Materialtransferrate von >95% wird so ein dichtes Grenzflächengefüge und ein stabiler Kontakt mit geringer Impedanz erreicht.

Subsystem: Thermotransfer-Laminierung
Durchgehende Laserdickenmessung in Echtzeit und geschlossene CCD-Regelung für die Ausrichtung, voll rückverfolgbare Prozessparameter und Unterstützung der MES-Anbindung; verglichen mit herkömmlichen, dezentralen Prozesslösungen steigt die Gesamteffizienz um über 50 %, womit ein branchenführendes Niveau erreicht wird.
Die Anlage ist kompatibel mit Sulfid-, Oxid- sowie Polymerelektrolytsystemen und einer Vielzahl von Anoden- und Kathodenmaterialien. Sie deckt die Anforderungen von Validierungs- und Serienfertigungsprozessen für diverse technologische Routen ab und bildet das fundamentale ausrüstungstechnische Fundament für eine effiziente, präzise und flexible Produktion von Feststoffbatterie-Elektroden.
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